Krippenspiel 1990

 

 

Entstehungsgeschichte der “Lebenden-Krippe”

 

In den leer stehenden früheren Betriebsgebäuden der Firma Pekrun in Monschau-Höfen (zuvor Höfener Molkerei) hatte der Aachener Unternehmer Scheins die Krippana, eine internationale Krippenausstellung eingerichtet, die erKrippana bis 1986 erfolgreich betrieb. Wegen erheblicher Probleme mit den gesetzlichen Brandschutzvorschriften wurde die Krippana später nach Losheim-Hergersrath verlegt, wo man hierfür am deutsch-belgischen Grenzübergang ein eigenes Gebäude neu errichtete. In dem früheren Krippana-Gelände befinden sich heute die Höfener Vereinshalle sowie die Firma Weirauch.

Herr Scheins besuchte im Jahr 1983 das südwestlich von München in der Nähe des Ammersees gelegene Kloster Andechs. Dort erfuhr er, dass im Klosterhof während der Vorweihnachtszeit ein Krippenspiel von lebenden Darstellern aufgeführt wurde. Er hatte die Idee, als Ergänzung zu seiner Krippenausstellung in Höfen, ein solches Krippenspiel aufführen zu lassen.

Mit Friedrich Jansen, seinem Organisator der Krippana und der Aushilfskraft Bernhard Böhmer und dessen Söhnen Rainer und Georg wurden weitere Überlegungen angestellt. Sie kamen zu dem Entschluss, dass man in Höfen nur unter Beteiligung der Vereine genügend Darsteller und Helfer für ein Krippenspiel finden könne. So wurde Willibald Jansen als damaliger Präsident der Karnevalsgesellschaft Biebesse Höfen zuerst einmal zwecks Gewinnung von Darstellern angesprochen. Bei Heinz Kerkmann als Vorsitzendem des Musikvereins Lyra Höfen wurde angefragt, ob die musikalische Gestaltung durch den Musikverein übernommen werden könne.

Herr Scheins plante, in der Adventszeit des Jahres 1984 zum Kloster Andechs zu fahren, um eine Aufführung persönlich anzusehen und sich einen Eindruck zu verschaffen, wie eine solche Aufführung zu gestalten sei. Am dritten Adventswochenende fuhren die Eheleute Willibald Jansen und Bernhard Böhmer mit Herrn Scheins zur Aufführung nach Andechs. Man war allerdings sehr enttäuscht von der Qualität der Auf-führung, insbesondere aber auch von den Kostümen. So sollte das Krippenspiel in Höfen nicht aussehen.

Entgegen der ursprünglichen Planung wurde der Rückweg bereits am Sonntag angetreten, nachdem man sich am Abend zuvor noch in der Klosterschenke ausgiebig gestärkt hatte. Da der Unternehmer Scheins beabsichtigte, neben dem Krippenspiel in Höfen auch einen kleinen Weihnachtsmarkt aufzubauen, fuhr man auf dem Rückweg noch nach Wermelskirchen bei Köln. Auf dem dortigen Weihnachtsmarkt war damals der größte Christbaum Europas aufgestellt worden. Diesen wollte man sich noch unbedingt anschauen.

Nach der Rückkehr beschäftigte man sich in Höfen fürs Erste mit der Krippenausstellung der kommenden Saison 1985. Dabei wurde aber immer wieder über das Vorhaben eines Krippenspiels gesprochen.

Nach einer Besprechung mit Vorstandsmitgliedern des Karnevalsvereins hatte Willibald Jansen die Zusage gegeben, dass man die Darsteller für das Krippenspiel stellen werde. Anlässlich einer Zusammenkunft zwischen dem Krippana-Organisator Friedrich Jansen und einigen Vorstandsmitgliedern der Lyra wurde auch die Zusage zur musikalischen Gestaltung des Krippenspiels erteilt.

Friedrich Jansen wollte aus technischen und akustischen Gründen den Text über ein Tonband ablaufen lassen. Für die Durchführung dieser Aufgabe konnte Ralf Theißen vom Musikverein gewonnen werden. Friedrich Jansen und Ralf Theißen überspielten ein Tonband mit dem Weihnachtsevangelium nach Lukas. Dieses Evangelium sollte die Grundlage für das Krippenspiel werden. Ralf Theißen war auch für die Beschallung des Aufführungsgeländes verantwortlich. Dies sollte in dem Bereich zwischen den beiden Ausstellungshallen der Krippana sein.

Im hinteren Bereich des Krippana-Geländes wurde von Bernhard Böhmer ein Holzschuppen als Stall für das Krippenspiel errichtet. Er sorgte sich auch um die Beschaffung der lebenden Tiere. Ochs, Esel und eine kleine Herde Schafe stellten ihm Höfener Bürger zur Verfügung. Zäune mussten errichtet werden, damit die Tiere nicht den Krippenbereich verlassen konnten. Aus städtischen Theatern lieh der Karnevalsverein Kostüme für die Darsteller aus. Durch die Herren Scheins und Friedrich Jansen wurde die Spielleitung an Willibald Jansen übertragen. Seine Ehefrau Christel unterstütze ihn tatkräftig.

Im Spätherbst des Jahres 1985 wurde fleißig geprobt und man fieberte der ersten öffentlichen Aufführung entgegen. Für den kleinen Weihnachtsmarkt erstellte man schmucke Verkaufsbuden. Diese sollten vom Musikverein und dem Karnevalsverein betrieben werden. Auch Höfener Geschäftsleute konnten Verkaufsstände errichten. Ein festlich geschmückter Weihnachtsbaum wurde im vorderen Bereich der Ausstellungshalle aufgestellt und mit schönen Geschenkpaketen geschmückt.

Nun konnte endlich die erste Aufführung starten, die am 01.Dezember 1985 um 16.oo Uhr stattfand.

Die Darsteller kamen entsprechend den getroffenen Absprachen alle von der Höfener Karnevalsgesellschaft. Maria und Josef (Monika und Christoph Dosquet) waren im Jahr 1985 gleichzeitig auch das amtierende Prinzenpaar. Der Engel (Ute David) war damals als Tanzmariechen des Vereins aktiv. Bei den drei Hirten handelte es sich um ehemalige Prinzen, auch die Könige waren aktive Karnevalisten. Willibald Jansen, der Präsident der Karnevalsgesellschaft fungierte als Spielleiter des Krippenspiels. Für den Verkauf von Glühwein waren Renate Call, Christel Gleue und Christel Rader verantwortlich.
Im Dezember 1985 fanden die Aufführungen samstags und sonntags an allen Wochenenden statt, ferner am 26.12.1985, dem zweiten Weihnachtstag sowie am ersten Wochenende des neuen Jahres, dem 4. und 5. Januar 1986
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Als Darsteller wirkten dabei mit:

Maria: Monika Dosquet
Josef: Christoph Dosquet
Engel: Ute David
3 Hirten: Manfred Klinkhammer - Heribert Rader - Josef Rader
3 Könige: Dieter Förster - Wolfgang Gleue - Ulrich Rader

Spieler 1985

 

 

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